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Ervan Cranes

Technische Ratgeber 7 Min. Lesezeit

Brückenkran oder Portalkran? Unterschiede und Entscheidungshilfe

Brückenkran oder Portalkran? Unterschiede bei Gebäudeanforderungen, Platzbedarf, Fundamenten, Energiezuführung und Wind, die wichtigsten Kostentreiber und Fragen, die die Wahl entscheiden.

Ervan Cranes Engineering

Portalkran auf einer Freilagerfläche

Ob Brückenkran oder Portalkran, entscheidet sich an der Frage, wohin die Kranlasten abgeleitet werden. Der Brückenkran fährt auf einer Kranbahn, die das Gebäude oder eigene Stützen tragen, und lässt den Boden frei; der Portalkran steht auf Stützen, die auf Bodenschienen fahren, und braucht kein Gebäude. Hallen mit tragfähiger Konstruktion sprechen für den Brückenkran, Freiflächen für den Portalkran.

Was unterscheidet Brückenkran und Portalkran?

Beim Brückenkran, auch Laufkran oder Hallenkran genannt, fahren ein oder zwei Kranträger auf hochliegenden Schienen. Die Schienen liegen auf Kranbahnträgern, die auf Konsolen oder Stützen ruhen. Radlasten und Horizontalkräfte aus Bremsen und Schräglauf gehen in die Gebäudekonstruktion und ihre Fundamente; der Boden darunter bleibt vollständig frei.

Der Portalkran trägt seinen Kranträger auf Stützen, die auf Schienen in Bodenhöhe fahren. Die Radlasten gehen direkt in ein Schienenfundament, ein Gebäude ist nicht nötig. Portalkrane mit großer Spannweite erhalten oft eine biegesteife Stütze und eine Pendelstütze, damit Wärmedehnung und kleine Abweichungen im Schienenabstand keine Zwängungskräfte erzeugen. Viele Portalkrane haben zudem Kragarme, mit denen der Träger über die Stützen hinausragt, etwa bis über eine Lkw-Fahrspur neben den Schienen.

Gehoben wird bei beiden gleich: Eine Laufkatze mit Hubwerk fährt auf dem Träger, der Kran auf seinen Schienen. Die EN 15011 behandelt Brücken- und Portalkrane gemeinsam; der Unterschied liegt in der Tragkonstruktion. Dieser Beitrag behandelt schienengebundene Portalkrane; gummibereifte Portalkrane in Containerterminals sind eine eigene Kategorie.

Halbportalkran: der Mittelweg

Ein Halbportalkran hat nur auf einer Seite eine Stütze. Diese Seite fährt auf einer Bodenschiene, die andere auf einer hochliegenden Kranbahn, meist an den Gebäudestützen oder an der Wand. Er ist die Lösung, wenn nur eine Seite eine tragfähige Konstruktion bietet: entlang einer Außenwand, an einer Laderampe oder in einer Halle, deren eine Stützenreihe zu schwach ist.

Halbportalkrane arbeiten auch unterhalb eines Hallenkrans und bedienen Arbeitsplätze entlang der Wand, ohne den großen Kran zu behindern. Die wandseitige Kranbahn trägt einen Teil der Rad- und Horizontallasten und braucht deshalb denselben statischen Nachweis wie jede Kranbahn eines Brückenkrans.

Brückenkran oder Portalkran im direkten Vergleich

KriteriumBrückenkranPortalkran
TragkonstruktionGebäudestützen oder eigene KranbahnEigene Stützen auf Bodenschienen
Platzbedarf am BodenBoden bleibt freiStützen und Schienen belegen Fahrspuren
Halle oder FreigeländeÜberwiegend Halle; Außenkranbahn möglichFreigelände und Halle
FundamenteStützenfundamente tragen die KranlastenStreifenfundament je Schiene
EnergiezuführungSchleifleitung entlang der KranbahnLeitungstrommel oder bodennahe Schleifleitung
WindIn der Halle ohne BedeutungBetriebswindgrenze und Sturmsicherung nötig
Verlängerung des FahrwegsDurch das Gebäude begrenztSchienen lassen sich verlängern

Fundamente und Schienen

Jede Schiene eines Portalkrans liegt auf einem Fundament, meist einem Streifenfundament aus Stahlbeton. Es wird für die Radlasten des Kranherstellers und den Baugrund bemessen; Setzungen dürfen die Schiene nicht aus ihren Toleranzen bringen. Beim Brückenkran laufen die Lasten dagegen durch das Gebäude, also müssen vorhandene Stützen und Fundamente nachgewiesen werden. Wer was prüft, erklärt unser Beitrag zu den Anforderungen an die Kranbahn.

Platzbedarf und Verkehr

Bodenschienen durchqueren das Gelände. Damit Stapler und Lkw sie überfahren können, werden sie oft bündig in Beton eingelassen. Zwischen den fahrenden Stützen und Stapeln, Gebäuden oder Gehwegen muss ein sicherer Abstand bleiben.

Energiezuführung

Brückenkrane werden meist über eine Schleifleitung entlang der Kranbahn versorgt. Bei Portalkranen ist, besonders im Freien und bei langen Fahrwegen, eine motorische Leitungstrommel am Kran üblich. Eine bodennahe Schleifleitung ist möglich, muss aber gegen Anfahren und Witterung geschützt werden.

Wind

In der Halle spielt Wind keine Rolle. Im Freien ist er eine Bemessungslast: Er beeinflusst Stahlbau, Fahrantriebe und Bremsen und erfordert eine Betriebswindgrenze sowie eine Sturmsicherung mit Schienenzangen oder Sturmverankerung. Beschichtung, Elektrik und Sturmsicherung im Außeneinsatz behandelt unser Beitrag Krane im Außenbereich: Korrosionsschutz.

Typische Einsatzbereiche

  • Brückenkran: Fertigungs- und Montagehallen, mechanische Werkstätten, Stahl-Service-Center, Lager und Instandhaltungswerkstätten – überall dort, wo der Boden für Maschinen, Fahrzeuge und Menschen frei bleiben muss.
  • Portalkran: als Freilagerkran für Stahl, Rohre und Profile, in Betonfertigteilwerken, in Häfen und an Kaianlagen, auf Naturstein- und Holzlagerplätzen sowie auf Montageflächen im Freien.
  • Portalkran in der Halle: wenn die Hallenkonstruktion keine Kranlasten aufnehmen kann, das Gebäude gemietet ist oder nur ein Teil der Halle einen Kran braucht.
  • Halbportalkran: entlang von Hallenwänden und Laderampen oder als zweite Kranebene unter einem Hallenkran.

Was bestimmt die Kosten?

Ein reiner Vergleich der Kranpreise führt in die Irre, denn beide Konzepte verlagern Kosten an unterschiedliche Stellen. Vergleichen Sie Gesamtlösungen: Kran, Tragkonstruktion, Fundamente, Energiezuführung und Arbeiten vor Ort.

  • Brückenkran: Ohne Stützen braucht der Kran selbst weniger Stahl, dafür Kranbahnträger, Schienen und Konsolen. In einer neuen Halle werden sie von Anfang an eingeplant; in einer vorhandenen Halle kann der statische Nachweis Verstärkungen an Stützen, Konsolen oder Fundamenten erfordern.
  • Portalkran: Stützen und eine steifere Struktur bedeuten mehr Stahl; im Freien kommen Windbemessung, Sturmsicherung, Leitungstrommel und ein robusteres Beschichtungssystem hinzu. Dafür entfallen Gebäudeverstärkung und hochliegende Kranbahn – es braucht nur Schienenfundamente.
  • Länge des Fahrwegs: Je länger das Gelände, desto teurer wird eine aufgeständerte Kranbahn im Vergleich zu Bodenschienen. Deshalb werden lange Freilager meist mit Portalkranen bedient.

Diese Fragen entscheiden die Wahl

  1. Wo werden die Lasten bewegt: in einer vorhandenen Halle, einem Neubau oder im Freien?
  2. Können Stützen, Konsolen und Fundamente des Gebäudes Kranlasten aufnehmen oder mit vertretbarem Aufwand verstärkt werden?
  3. Gibt es Platz für Stützen und Schienen, und welche Fahrzeuge müssen die Schienen überqueren?
  4. Ist der Kran Wind, Regen, salzhaltiger Luft oder Staub ausgesetzt?
  5. Müssen Lasten über die Spannweite hinaus erreicht werden, etwa auf Lkw? Dann zählen Kragarme und die lichte Weite zwischen den Stützen.
  6. Kann der Fahrweg später länger werden?
  7. Was lässt der Baugrund für Schienenfundamente zu?

Welcher Typ es auch wird: Tragfähigkeit, Spannweite, Hubhöhe und Einstufung bestimmen den Kran. Halten Sie diese Werte bereit, bevor Sie Angebote einholen.

Brücken- und Portalkrane von Ervan Cranes

Ervan Cranes fertigt beide Produktgruppen: Ein- und Zweiträgerbrückenkrane von 1 bis 100 t sowie schienengebundene Portalkrane für Freiflächen und Häfen. Da wir jeden Kran projektbezogen für Last, Spannweite, Hubhöhe und Einstufung auslegen, fällt die Entscheidung zwischen Brücken- und Portalkran in der Bedarfsanalyse, noch vor dem technischen Entwurf.

Gefertigt wird in unserem Werk in Torbalı; Konstruktion und Inbetriebnahme liegen in der Hand desselben Teams. Zu unseren Exporten zählen ein 30-t-Portalkran für den Irak und ein 40-t-Portalkran für Ägypten, der in Teilen verschifft und vor Ort errichtet wurde – siehe Projekt Ägypten und den Beitrag zu Versand und Montage.

Häufig gestellte Fragen

Kann ein Portalkran in der Halle eingesetzt werden?

Ja, wenn die Halle keine Kranlasten aufnehmen kann, das Gebäude gemietet ist oder nur ein Teilbereich einen Kran braucht. Der Preis dafür ist Bodenfläche: Stützen und Schienen belegen Fahrspuren, weshalb die Schienen meist bündig im Boden liegen.

Was ist günstiger, Brückenkran oder Portalkran?

Das hängt davon ab, was vor Ort vorhanden ist. In einer Halle mit geeigneter Konstruktion ist der Brückenkran meist wirtschaftlicher, weil das Gebäude die Lasten trägt. Im Freien oder wenn das Gebäude stark verstärkt werden müsste, ist der Portalkran insgesamt oft günstiger. Vergleichen Sie Gesamtlösungen einschließlich Fundamenten und Energiezuführung, nicht nur Kranpreise.

Kann ein Brückenkran im Freien arbeiten?

Ja, auf einer Kranbahn mit eigenen Stützen, etwa um einen Hallenkran ins Freigelände zu verlängern. Dann braucht er dieselben Maßnahmen wie ein Portalkran im Freien: Windbemessung, Sturmsicherung, Korrosionsschutz und geeignete Elektrik. Für lange Fahrwege im Freien ist der Portalkran auf Bodenschienen meist die einfachere Lösung.

Braucht ein Portalkran besondere Fundamente?

Jede Bodenschiene braucht ein Fundament, meist ein Streifenfundament aus Stahlbeton, das die Radlasten aufnimmt und die Schiene in ihren Toleranzen hält. Bemessen wird es nach den Radlasten des Kranherstellers und den Baugrunddaten; der Baugrund gehört deshalb von Anfang an in die Planung.

Oft reicht schon eine Skizze der Fläche, um die Auswahl einzugrenzen. Senden Sie sie uns zusammen mit den Lasten, der benötigten Spannweite und Hubhöhe und der Angabe, ob der Kran in der Halle oder im Freien arbeitet, über das Angebotsformular. Wir prüfen beide Varianten für Ihre Anwendung.

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