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Ervan Cranes

Technische Ratgeber 8 Min. Lesezeit

Brückenkran-Hersteller auswählen: Checkliste für Technik und Einkauf

Woran erkennen Sie einen leistungsfähigen Brückenkran-Hersteller? Checkliste zu Engineering, eigener Fertigung, CE-Unterlagen, Lastprobe, Ersatzteilen und zum Vergleich von Angeboten.

Ervan Cranes Engineering

3D-Konstruktionsmodell einer Laufkatze mit 20 t Tragfähigkeit

Ein guter Brückenkran-Hersteller berechnet den Kran für Ihr Gebäude und Ihre Nutzung, fertigt die Stahlkonstruktion in der eigenen Werkstatt, liefert vollständige CE-Unterlagen und führt die Lastprobe bei Ihnen vor Ort durch. Angebote vergleichen Sie nur auf Basis desselben Lastenhefts. Diese Checkliste zeigt, was Sie prüfen, welche Fragen Sie stellen und welche Warnsignale Sie ernst nehmen sollten.

Konstruiert der Hersteller den Kran für Ihre Halle?

Ein Brückenkran ist kein Katalogartikel. Spannweite, Hubhöhe, Anfahrmaße, der Freiraum bis zur Dachkonstruktion und die erwartete Nutzung bestimmen Kranträger, Kopfträger und Hubwerk. Ein Hersteller mit eigener Konstruktionsabteilung passt den Kran an Ihre Halle an und nicht umgekehrt.

Vor der Auftragserteilung sollte ein seriöser Kranbauer liefern können:

  • eine Übersichtszeichnung mit Spannweite, Hakenhöhen, Anfahrmaßen und Sicherheitsabständen
  • maximale und minimale Radlasten sowie die Horizontalkräfte auf die Kranbahn, die Ihr Tragwerksplaner für den Nachweis von Kranbahn und Gebäude braucht (DIN EN 1993-6)
  • die Einstufung von Kran und Hubwerk, zum Beispiel Triebwerksgruppe 2m nach FEM 9.511 bzw. M5 nach ISO 4301
  • die Normen der Berechnung, üblicherweise die Reihe DIN EN 13001 für die Krankonstruktion und DIN EN 15011 für Brücken- und Portalkrane
  • das Elektrokonzept: Netz- und Steuerspannung, Geschwindigkeitssteuerung, Hängetaster oder Funkfernsteuerung

Werden Radlasten oder Einstufung erst „nach Auftragserteilung“ zugesagt, ist die Konstruktion meist noch nicht gemacht – und der Nachweis Ihres Gebäudes kann nicht beginnen.

Hersteller, Montagebetrieb oder Händler?

Hinter dem Begriff „Kranfirma“ stehen sehr unterschiedliche Betriebe. Manche konstruieren und fertigen Kranträger und Kopfträger selbst, andere montieren zugekaufte Bausätze, wieder andere verkaufen nur und vergeben die Montage weiter. Ein Seil- oder Kettenzug vom Spezialisten ist dabei völlig üblich, auch bei Herstellern mit hoher eigener Fertigungstiefe. Entscheidend ist, wer für den kompletten Kran verantwortlich ist.

Nach der Maschinenrichtlinie ist Hersteller, wer den Kran unter eigenem Namen in Verkehr bringt. Er führt die Risikobeurteilung durch, erstellt die technischen Unterlagen und unterzeichnet die Konformitätserklärung für die vollständige Maschine. Fragen Sie, welches Unternehmen das sein wird. Ist es ein Dritter, mit dem Sie nie direkt zu tun haben, werden Ersatzteile, Störungsbehebung und spätere Umbauten schwieriger.

Ein Werksbesuch beantwortet viele dieser Fragen schnell. Sie sehen, ob die Träger dort gefertigt werden, wie Material und Bauteile rückverfolgt werden und wie fertige Baugruppen vor dem Versand geprüft werden.

Referenzen, die sich überprüfen lassen

Logos auf einer Website beweisen wenig. Fragen Sie nach zwei oder drei Kranen, die Ihrem in Tragfähigkeit, Spannweite, Einstufung und Umgebung ähneln, und danach, was der Lieferant jeweils geleistet hat: Konstruktion, Fertigung, Montage oder nur einen Teil davon. Ein Kran, der seit einigen Jahren läuft, sagt mehr als ein neuer, weil er zeigt, wie der Lieferant mit Wartung und Ersatzteilen umgeht.

Sehen Sie sich nach Möglichkeit einen Kran im Betrieb an oder sprechen Sie mit den Instandhaltern, die ihn betreuen. Prüfen Sie auch, wie lange das Unternehmen am Markt ist und ob es Krane, die es vor vielen Jahren geliefert hat, noch unterstützt.

Welche CE-Unterlagen der Hersteller übergeben muss

In der EU muss ein neuer Brückenkran die CE-Kennzeichnung tragen und mit einer Konformitätserklärung geliefert werden. Dieselben Unterlagen braucht später die befähigte Person bei der Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme und bei den wiederkehrenden Prüfungen. Nehmen Sie Folgendes in den Vertrag auf:

  • EG-Konformitätserklärung für den vollständigen Kran (nach der ab 20. Januar 2027 geltenden Maschinenverordnung (EU) 2023/1230: EU-Konformitätserklärung)
  • Betriebs- und Wartungsanleitung in deutscher Sprache
  • Protokolle der statischen und dynamischen Lastprobe sowie der elektrischen Prüfungen
  • Stromlaufpläne, Ersatzteilliste mit Teilenummern, Einstellwerte von Überlastsicherung und Endschaltern
  • Bescheinigungen für Drahtseil, Lasthaken und weitere zugekaufte Sicherheitsbauteile sowie ein vorbereitetes Kranprüfbuch

Die technischen Unterlagen selbst bleiben beim Hersteller, der sie Behörden auf begründetes Verlangen vorlegen muss; Käufer erhalten sie in der Regel nicht. Welche Richtlinien und Normen dahinterstehen, zeigt unser Beitrag zu den Normen für Brückenkrane.

Wer montiert, prüft und nimmt den Kran in Betrieb?

Ein Brückenkran wird erst auf der Baustelle fertig, deshalb gehört die Montage zur Fertigungsqualität. Fragen Sie, ob eigene Monteure des Herstellers oder ein Subunternehmer montieren und wer Endschalter und Überlastsicherung einstellt. Nimmt das Team, das den Kran konstruiert hat, ihn auch in Betrieb, fließen Erkenntnisse von der Baustelle direkt in die Konstruktion zurück.

Die Maschinenrichtlinie (Anhang I, 4.1.2.3) fordert eine statische Prüfung mit mindestens dem 1,25-Fachen und eine dynamische Prüfung mit dem 1,1-Fachen der Nennlast. Im Angebot sollte stehen, wer die Prüfgewichte stellt, wer die Lastprobe begleitet und was das Protokoll enthält. Die Einweisung der Kranführer gehört in den Lieferumfang, nicht in einen späteren Nachtrag.

Ersatzteile und Service nach der Übergabe

Ein Brückenkran läuft viele Jahre, und Verschleißteile wie Drahtseil, Laufräder, Bremsbeläge, Schütze oder Teile von Hängetaster und Funkfernsteuerung müssen irgendwann ersetzt werden. Fragen Sie, welche Bauteile handelsübliche Industriekomponenten sind, die Sie auch selbst beschaffen können, und welche nach Zeichnungen des Lieferanten gefertigt werden. Bei Letzteren sind Sie auf dessen Unterlagen und Lager angewiesen.

Vereinbaren Sie schriftlich, wie Störungen gemeldet und behoben werden, ob Wartung und Schulungen angeboten werden und welche kritischen Ersatzteile Sie vorhalten sollten. Lassen Sie sich die Parameterlisten der Frequenzumrichter mitliefern: Sie verkürzen jede spätere Reparatur, gleich wer sie ausführt. Planen Sie außerdem die wiederkehrende Prüfung nach BetrSichV und DGUV Vorschrift 52 ein, mindestens jährlich durch eine befähigte Person (Sachkundiger).

Angebote für Brückenkrane auf derselben Grundlage vergleichen

Zwei Angebote für „einen 10-t-Kran“ unterscheiden sich in Einstufung, Geschwindigkeiten, Komponenten und Lieferumfang oft stärker, als der Preisunterschied vermuten lässt. Bewährt hat sich ein Lastenheft, auf das jeder Anbieter Punkt für Punkt antwortet. Diese Punkte gehören auf eine gemeinsame Basis:

PunktWarum wichtigWas prüfen
Tragfähigkeit, EinstufungBestimmt Träger, Hubwerk, LebensdauerGleiche Last; FEM/ISO-Gruppen genannt
Spannweite, HubhöheTrägergröße und HakenwegGleiche, vor Ort gemessene Werte
Geschwindigkeiten, SteuerungPositionieren, Lastpendeln, TaktzeitHaupt- und Feingeschwindigkeit; Umrichter oder polumschaltbar
Hubwerk, AntriebeLebensdauer, ErsatzteileFabrikat und Typ jeder Komponente
Bedienung, EnergiezuführungSicherheit, HandhabungHängetaster/Funk; Länge der Stromschiene
LieferumfangSpätere NachträgeKranschienen, Montage, Prüfgewichte, Einweisung
DokumentationRechtssicherer BetriebKonformitätserklärung, deutsche Anleitung, Prüfprotokolle

Warum jeder dieser Punkte den Preis beeinflusst, erklärt unser Beitrag zu den Kosten eines Brückenkrans. Sind die Angebote vergleichbar, zählen die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer (Energie, Wartung, Ersatzteile und Stillstände) mehr als der Kaufpreis allein.

Warnsignale und Fragen an den Brückenkran-Hersteller

Warnsignale im Angebot

  • keine Radlasten, Zeichnungen oder Berechnungsübersicht vor der Auftragserteilung
  • „schwere Ausführung“ oder „Industriequalität“ statt einer angegebenen Einstufung
  • keine Lastprobe vor Ort oder ein Prüfzeugnis ohne tatsächliche Prüfung
  • Überlastsicherung als „Option“ bei einem Kran ab 1000 kg Tragfähigkeit, obwohl die Maschinenrichtlinie sie vorschreibt
  • derselbe Kran für jede Anwendung („passt immer“)
  • Komponenten ohne Angabe von Fabrikat und Typ
  • keine klare Antwort darauf, wer die Konformitätserklärung unterschreibt

Fragen vor der Unterschrift

  1. Wer berechnet den Kran und nach welchen Normen?
  2. Welche Teile fertigen Sie selbst, welche kaufen Sie zu und bei wem?
  3. Welche Einstufung haben Sie angenommen und auf Basis welcher Nutzungsdaten?
  4. Welche Radlasten und Horizontalkräfte wirken auf unsere Kranbahn?
  5. Können wir einen vergleichbaren Kran im Betrieb sehen?
  6. Wer montiert, prüft und nimmt in Betrieb, und was enthält das Prüfprotokoll?
  7. Wer unterschreibt die Konformitätserklärung, und liegt die Anleitung auf Deutsch vor?
  8. Welche Ersatzteile sollten wir vorhalten, und wie identifizieren wir Teile in zehn Jahren?
  9. Wer ist unser technischer Ansprechpartner während des Projekts und danach?

So beantwortet Ervan Cranes diese Checkliste

Ervan Cranes wurde 2003 gegründet und fertigt in seinem Werk in Torbalı (İzmir, Türkei). Unsere Ein- und Zweiträgerbrückenkrane decken 1 bis 100 t ab; jeder Kran wird für Last, Spannweite, Hubhöhe und Einstufung ausgelegt. Bedarfsanalyse, Projektierung, Stahlbau in Torbalı, Montage, Lastprobe, Inbetriebnahme und technischer Support liegen in unserer Hand, und wer den Kran konstruiert, nimmt ihn auch in Betrieb.

Ersatzteile wie Laufräder, Seile, Hakenflaschen, Bremsen und Steuerungskomponenten liefern wir ebenfalls. Für unsere Kranmodelle ERV05–RV50 liegt eine freiwillige CE-Konformitätsbestätigung (ECP.25.02.C0045) vor; sie ersetzt die Konformitätserklärung des einzelnen Krans nicht. Was sie abdeckt, erklärt unser Beitrag zur CE-Konformitätsbestätigung. Exportreferenzen haben wir in fünf Ländern.

Häufig gestellte Fragen

Sollte ich einen Hersteller aus der Region oder aus dem Ausland wählen?

Beides kann funktionieren. Entscheidend ist, dass der Kran die Vorschriften am Einsatzort erfüllt, die Anleitung in Ihrer Sprache vorliegt und Montage, Ersatzteile und Service vertraglich geregelt sind. Ein naher Anbieter ist bei Störungen meist schneller vor Ort; ein ausländischer lohnt sich, wenn diese Punkte sauber gelöst sind. Worauf es beim Import ankommt, beschreibt unser Beitrag Brückenkran aus der Türkei.

Welche Unterlagen gehören zu einem neuen Brückenkran?

Mindestens die Konformitätserklärung, die Betriebsanleitung in deutscher Sprache und die Protokolle der Lastprobe. Stromlaufpläne, Ersatzteilliste und Bescheinigungen für Seil und Haken erleichtern spätere Prüfungen und Reparaturen erheblich. Die CE-Kennzeichnung muss am Kran selbst angebracht sein.

Wie vergleiche ich zwei Kranangebote?

Bringen Sie beide zuerst auf dasselbe Lastenheft: Tragfähigkeit, Spannweite, Hubhöhe, Einstufung, Geschwindigkeiten, Steuerung, Energiezuführung und Lieferumfang. Erst dann lassen sich Komponenten, Servicebedingungen und der Preisunterschied sinnvoll vergleichen.

Welche Angaben braucht der Hersteller für ein genaues Angebot?

Maximale und typische Lasten, die Spannweite (Schienenmitte bis Schienenmitte), die gewünschte Hubhöhe, die Kranbahnlänge sowie eine Hallenzeichnung oder Fotos. Dazu kommen Hübe pro Stunde und Betriebsstunden pro Tag, Netzspannung und Frequenz, die Umgebungsbedingungen und die gewünschte Steuerung. Gibt es bereits eine Kranbahn, nennen Sie Schienentyp und Zustand.

Möchten Sie einen Anbieter an dieser Liste messen? Senden Sie uns Last, Spannweite, Hubhöhe und eine Skizze Ihrer Halle über unser Angebotsformular. Sie erhalten ein technisches Angebot, das Sie Punkt für Punkt mit anderen vergleichen können.

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