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Ervan Cranes

Technische Ratgeber 9 Min. Lesezeit

Schwenkkran oder Brückenkran? Unterschiede und die richtige Wahl

Schwenkkran oder Brückenkran? Unterschiede bei Arbeitsbereich, Montage und Gebäudelasten, Tragfähigkeit, Arbeitsablauf und Außeneinsatz, die Kostentreiber, der kombinierte Einsatz und eine Checkliste.

Ervan Cranes Engineering

Gelber Säulenschwenkkran in einer Werkhalle

Ob Schwenkkran oder Brückenkran, entscheidet vor allem der Bereich, den der Haken abdecken muss. Ein Schwenkkran dreht seinen Ausleger um eine Säule oder Wandkonsole und hebt in einem Kreis um einen einzelnen Arbeitsplatz. Ein Brückenkran fährt auf einer Kranbahn und bedient die gesamte Rechteckfläche des Hallenschiffs. Für wiederkehrende Hübe an einer Station passt der Schwenkkran, für Transporte durch die Halle der Brückenkran. Häufig arbeiten beide zusammen.

Worin unterscheiden sich Schwenkkran und Brückenkran?

Beim Schwenkkran fährt das Hubwerk auf einem horizontalen Ausleger, der um eine Säule oder eine Wandkonsole schwenkt. Er hat drei Bewegungen – Heben, Katzfahrt entlang des Auslegers und Schwenken – und ist immer an einen festen Punkt gebunden. Je nach Befestigung spricht man vom Säulenschwenkkran oder vom Wandschwenkkran.

Beim Brückenkran fährt eine Ein- oder Zweiträgerbrücke auf den Kranbahnschienen an beiden Hallenseiten, die Laufkatze quer über die Brücke, und das Hubwerk hebt und senkt die Last. Funktionsweise und Aufbau erklärt der Beitrag Was ist ein Laufkran?; die übrigen Bauarten vergleicht Krantypen im Überblick.

Arbeitsbereich: Kreis oder Rechteck?

Der Haken eines Schwenkkrans bleibt innerhalb der Ausladung, die die Auslegerlänge vorgibt: beim Säulenschwenkkran ein Kreis, beim Wandschwenkkran ein Kreisausschnitt. Weil das Hubwerk nicht ganz an die Säule heranfahren kann, bleibt um sie herum eine kleine tote Zone. Die abgedeckte Fläche wächst mit dem Quadrat der Ausladung, doch ein längerer Ausleger erhöht auch das Moment an Säule und Fundament.

Ein Brückenkran arbeitet im Rechteck aus Spannweite und Kranbahnlänge; nur schmale Streifen an Wänden und Hallenenden bleiben wegen der Anfahrmaße unerreichbar. Ein einziger Brückenkran erreicht alle Maschinen entlang einer Fertigungslinie. Mit Schwenkkranen hat jede Station ihren eigenen Kreis; soll eine Last zur nächsten Station, müssen sich die Kreise überschneiden, und die Last wird dazwischen abgesetzt und neu angeschlagen.

Schwenkkran und Brückenkran im Vergleich

KriteriumSchwenkkranBrückenkran
ArbeitsbereichKreis um die Säule oder Kreisausschnitt vor der WandRechteckfläche des Hallenschiffs entlang der Kranbahn
Tragende KonstruktionSäulenschwenkkran auf eigenem Fundament, ohne Last auf das Gebäude; Wandschwenkkran an Hallenstütze oder WandKranbahn; Radlasten und Horizontalkräfte gehen in Hallenstützen und Fundamente
Platzbedarf am BodenSäule mit kleiner Grundfläche; Wandausführung ohneHallenboden bleibt vollständig frei
TragfähigkeitTragfähigkeit und Ausladung werden je Projekt gemeinsam festgelegtAusgelegt nach Tragfähigkeit, Spannweite, Hubhöhe und Einstufung
Typische AufgabenMaschinenbeschickung, Montage- und Wartungsplätze, VerladestellenTransport zwischen Stationen, Materialfluss durch die Halle, lange und schwere Lasten
VerfügbarkeitDer Station zugeordnet; kein Warten auf den HallenkranEin Kran bedient viele Stationen; zu Spitzenzeiten entstehen Wartezeiten
AußeneinsatzMit passendem Oberflächenschutz an Kaianlagen, Anlegestellen und VerladestellenBraucht eine Außenkranbahn; Freilager erhalten meist einen Portalkran
ErweiterungNeue Station, neuer SchwenkkranKranbahn innerhalb des Gebäudes verlängerbar; ein zweiter Kran kann sie mitnutzen
Europäische ProduktnormEN 16851 (Säulen- und Wandschwenkkrane ohne Führerhaus, bis 10 t und 500 kNm)EN 15011 (Brücken- und Portalkrane)

Montage und Gebäude: Fundament, Wand oder Kranbahn?

Säulenschwenkkran

Die Säule leitet das Kippmoment aus Last und Ausleger über Anker in den Boden. Sie steht daher entweder auf einem eigenen Betonfundament oder auf einer vorhandenen Bodenplatte, deren Tragfähigkeit für diese Last statisch nachgewiesen ist. Da er weder Hallenstützen noch Dach belastet, kommt der Säulenschwenkkran auch in Hallen ohne Kranbahn oder ohne Auslegung für Kranlasten infrage.

Wandschwenkkran

Die Konsole wird an einer tragenden Hallenstütze oder einer Stahlbetonwand befestigt; der Kran belegt keine Bodenfläche. Dafür muss dieses Bauteil das zusätzliche Biegemoment und die Horizontalkräfte aufnehmen; das prüft der Tragwerksplaner des Gebäudes. Weil die Wand hinter dem Ausleger liegt, begrenzen sie und die umgebenden Bauteile den Schwenkbereich.

Brückenkran und Kranbahn

Ein Brückenkran braucht eine Kranbahn an beiden Hallenseiten: Kranbahnträger, Schienen, Endanschläge und eine Energiezuführung. Radlasten sowie Horizontalkräfte aus Bremsen und Schräglauf gehen in Hallenstützen und Fundamente; ein bestehendes Gebäude muss statisch geprüft werden. Zuständigkeiten und eine Checkliste finden Sie im Beitrag Anforderungen an die Kranbahn.

Wie werden Tragfähigkeit und Ausladung festgelegt?

Für keinen der beiden Krane gibt es eine „typische“ Tragfähigkeit; die Werte ergeben sich aus Last und Aufgabe. Beim Schwenkkran werden Tragfähigkeit und Ausladung gemeinsam festgelegt, denn maßgebend ist das Moment aus Last mal Ausladung, zuzüglich des Eigengewichts von Ausleger und Hubwerk. Mit derselben Säule und demselben Fundament bedeutet ein längerer Ausleger eine geringere Tragfähigkeit. Die Durchbiegung an der Auslegerspitze beeinflusst zudem, wie genau sich Lasten positionieren lassen.

Die meisten Schwenkkrane tragen einen Elektrokettenzug; bei höheren Lasten, größeren Hubhöhen oder intensivem Betrieb kommt ein Seilzug infrage. Die Auswahlkriterien vergleicht der Beitrag Seilzug oder Kettenzug. Beim Brückenkran werden Tragfähigkeit, Spannweite, Hubhöhe und Einstufung zusammen betrachtet.

Heben am Arbeitsplatz oder Transport durch die Halle?

Ein Schwenkkran ist für Arbeit gedacht, die sich an einem Punkt konzentriert: Beschickung von Maschinen und Werkbänken, Montageplätze, Wartungsstationen oder Verladestellen. Weil er zur Station gehört, heben die Mitarbeiter, wann sie es brauchen; der kurze Hakenweg spart bei wiederkehrenden Arbeitsspielen Zeit. Leichte Lasten werden meist von Hand geschwenkt, bei schwereren kann ein motorisches Schwenkwerk sinnvoll sein.

Ein Brückenkran transportiert Lasten zwischen den Stationen, vom Wareneingang über die Fertigung bis zum Versand. Er erreicht jeden Punkt des Hallenschiffs, bewegt aber immer nur eine Last; brauchen ihn mehrere Stationen gleichzeitig, entstehen Wartezeiten. Kommt auch ein Transport am Boden infrage, hilft unser Vergleich Gabelstapler oder Brückenkran.

Schwenkkrane in einer Halle mit Brückenkran

Schwenkkrane übernehmen unabhängige Hebevorgänge an Stellen, die der Brückenkran nicht erreicht oder an denen er ständig ausgelastet ist. Planen Sie beim kombinierten Einsatz von Anfang an:

  • Säulenkopf und Ausleger des Schwenkkrans müssen mit sicherem Abstand unter Brücke, Laufkatze und Hakenflasche des Brückenkrans in höchster Stellung bleiben.
  • Diese Höhengrenze bestimmt auch die Hakenhöhe des Schwenkkrans; prüfen Sie sie gegen Last- und Anschlagmittellängen.
  • Soll ein Wandschwenkkran an einer Stütze befestigt werden, die auch die Kranbahn trägt, muss diese für die Lasten beider Krane gemeinsam nachgewiesen werden.
  • Schriftliche Betriebsregeln sollten festlegen, wie der Brückenkran Lasten über den Schwenkbereich führt und welcher Kran Vorrang hat.

Welcher Kran eignet sich für den Außenbereich?

Schwenkkrane arbeiten auch im Freien; Kaianlagen, Marinas, Anlegestellen und Verladestellen sind typische Beispiele. Die Stahlkonstruktion erhält dann einen zum Standort passenden Oberflächenschutz, etwa eine Feuerverzinkung; die Elektrik wird wettergeschützt ausgeführt, und Windlasten fließen in die Berechnung ein.

Für einen Brückenkran im Freien braucht es in der Regel eine Kranbahn auf eigenen Stützen; Windberechnung und Sturmsicherung kommen hinzu. Auf Freilagern ohne Gebäude ist deshalb meist ein Portalkran die passende Lösung; beide Optionen vergleicht der Beitrag Brückenkran oder Portalkran.

Was bestimmt die Kosten?

Nur Kranpreise zu vergleichen, führt in die Irre; vergleichen Sie die Gesamtlösung einschließlich Fundament, Bauarbeiten, Montage und Betrieb. Die wichtigsten Kostentreiber:

  • Schwenkkran: das Moment aus Tragfähigkeit und Ausladung, das Säule, Ausleger und Fundament dimensioniert; neues Fundament oder Verankerung in einer vorhandenen Bodenplatte; beim Wandschwenkkran Nachweis und gegebenenfalls Verstärkung der Stütze; Hubwerk; Schwenken von Hand oder motorisch; Feuerverzinkung im Außenbereich.
  • Brückenkran: Tragfähigkeit, Spannweite, Hubhöhe und Einstufung; vorhandene oder neue Kranbahn; Energiezuführung; falls nötig Gebäudeverstärkung; Steuerung und Montage.
  • Anzahl der Stationen: Jeder Schwenkkran bedient eine Station; wandern Lasten zwischen vielen Stationen, kann ein einziger Brückenkran insgesamt sinnvoller sein.

Die Kostenpositionen eines Brückenkrans erläutert der Beitrag Brückenkran-Kosten und ihre Einflussfaktoren.

Fragen Sie nach der zugrunde gelegten Norm

Die europäische Produktnorm für Brücken- und Portalkrane ist EN 15011. Säulen- und Wandschwenkkrane ohne Führerhaus mit einer Tragfähigkeit bis 10 t und einem Lastmoment bis 500 kNm fallen unter EN 16851, die Norm für Leichtkransysteme. EN 14985 (Ausleger-Drehkrane) schließt Säulen- und Wandschwenkkrane ausdrücklich aus ihrem Anwendungsbereich aus. Lassen Sie sich deshalb schriftlich bestätigen, nach welcher Norm der angebotene Kran ausgelegt ist.

Checkliste: Schwenkkran oder Brückenkran?

Ein Schwenkkran ist wahrscheinlich die richtige Wahl, wenn

  • sich die Hebevorgänge an einer Station um einen festen Punkt konzentrieren;
  • Lasten nicht zwischen Stationen wandern und der Arbeitsbereich in einen Kreis passt;
  • die Halle keine Kranbahn hat und eine Nachrüstung nicht möglich oder nicht sinnvoll ist;
  • der Brückenkran ständig ausgelastet ist oder die Station nicht erreicht;
  • Sie im Freien an einer Kaianlage, Anlegestelle oder Verladestelle punktuell heben müssen.

Ein Brückenkran ist wahrscheinlich die richtige Wahl, wenn

  • Lasten durch die Halle und zwischen Stationen bewegt werden;
  • Lasten schwer, lang oder sperrig sind und die abzudeckende Fläche in keinen Kreis passt;
  • der Hallenboden vollständig frei bleiben muss;
  • das Gebäude eine Kranbahn tragen kann oder eine neue Kranbahn geplant werden kann.

Treffen beide Listen zu, ist die Antwort meist eine Kombination: ein Brückenkran für den Hauptmaterialfluss, Schwenkkrane für wiederkehrende Arbeiten an den Stationen.

So unterstützt Sie Ervan Cranes

Ervan Cranes, gegründet 2003, konstruiert und fertigt beide Produktgruppen im Werk in Torbalı, İzmir (Türkei). Unsere Schwenkkrane bauen wir als Säulenschwenkkrane mit 360° Schwenkbereich, Wandschwenkkrane projektabhängig; Tragfähigkeit und Ausladung werden je Projekt festgelegt. Sie eignen sich für Innen- und Außenbereich, optional feuerverzinkt für maritime Umgebungen und den Außeneinsatz. Auf der Produktseite finden Sie Referenzprojekte wie die Montage eines feuerverzinkten Schwenkkrans und einen maritimen Schwenkkran. Unsere Ein- und Zweiträgerbrückenkrane decken 1 bis 100 t ab.

In der Projektierung wählen wir den Kran nach Last, Spannweite, Hubhöhe und Einstufung aus, betrachten die Wechselwirkung von Kranbahn und Gebäude und erstellen technische Zeichnungen und einen Berechnungsbericht. Stahlkonstruktion und Hubwerk werden im Werk Torbalı gefertigt; vor Ort folgen Montage, Justierung, Lastprobe und Inbetriebnahme. Unsicher, welches System passt? Wählen Sie im Anfrageformular als Produkt „Sonstiges / noch unklar“ und fügen Sie eine Layoutskizze bei. Technische Angaben sind optional; unbekannte Felder können Sie leer lassen, unser Ingenieurteam klärt sie mit Ihnen ab.

Häufige Fragen

Wie weit schwenkt ein Schwenkkran?

Ein Säulenschwenkkran kann bis zu 360° um seine Säule schwenken; Ervan Cranes legt seine Säulenschwenkkrane für einen Schwenkbereich von 360° aus. Beim Wandschwenkkran liegt die Wand hinter dem Ausleger, daher begrenzen sie und benachbarte Bauteile den Schwenkbereich; der Ausleger überstreicht einen Kreisausschnitt vor der Wand. Den tatsächlichen Winkel legt das Projekt fest, abhängig vom Anschlussdetail und von Hindernissen in der Umgebung.

Braucht ein Schwenkkran ein Fundament?

Ein Säulenschwenkkran ja: Die Säule leitet das Kippmoment aus Last und Ausleger über Anker in den Boden. Entweder wird ein eigenes Betonfundament gebaut, oder ein Tragwerksplaner weist nach, dass die vorhandene Bodenplatte das Moment aufnehmen kann. Tragfähigkeit, Ausladung und Baugrund bestimmen die Fundamentgröße. Ein Wandschwenkkran braucht kein Fundament, doch die tragende Stütze oder Wand muss für die Zusatzlasten nachgewiesen werden.

Kann man einen Schwenkkran in einer Halle mit Brückenkran einsetzen?

Ja, das ist eine gängige Anordnung. Schwenkkrane übernehmen unabhängige Hebevorgänge an Stationen, die der Brückenkran nicht erreicht oder an denen er ständig ausgelastet ist; der Brückenkran bleibt für Transporte und schwere Hübe frei. Der Ausleger muss mit sicherem Abstand unter Brücke, Laufkatze und Hakenflasche des Brückenkrans bleiben, und Arbeitsbereiche sowie Vorrangregeln beider Krane sollten vorab festgelegt werden.

Ist ein Schwenkkran für den Außeneinsatz geeignet?

Ja. Kaianlagen, Marinas, Anlegestellen und Verladestellen sind typische Einsatzorte im Freien. Dort braucht die Stahlkonstruktion einen Oberflächenschutz, der zu den Korrosionsbedingungen des Standorts passt, etwa eine Feuerverzinkung; die Elektrik muss wettergeschützt sein, und Windlasten gehören in die Auslegung. Ervan Cranes bietet seine Schwenkkrane optional feuerverzinkt für maritime Umgebungen und den Außeneinsatz an.

Was ist wirtschaftlicher: Schwenkkran oder Brückenkran?

Das hängt vom Einzelfall ab; vergleichen Sie deshalb die Gesamtlösung mit Fundament, Bauarbeiten, Kranbahn und Montage statt nur der Kranpreise. Für eine einzelne Station umfasst ein Säulenschwenkkran weniger Kostenpositionen, weil er weder Kranbahn noch Energiezuführung oder Gebäudeverstärkung braucht. Wandern Lasten zwischen vielen Stationen, kann ein einziger Brückenkran die sinnvollere Investition sein als ein eigener Schwenkkran an jeder Station.

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